25.04.2006
Bündnis 90/Die Grünen erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
Informationsstand auf dem Fischmarkt am 26. April von 12.00 bis 16.00 Uhr
Am 26. April jährt sich zum 20. Mal die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Der Kreisverband Greifswald-Peeneland von Bündnis 90/Die Grünen nimmt das zum Anlass an die Gefahren der Atomkraft zu erinnern. Mit einem Informationsstand auf dem Fischmarkt werden wir von 12.00 bis 16.00 Uhr auf das Risiko der Nutzung der Atomkraft hinweisen, Alternativen aufzeigen und insbesondere über die Gefahren informieren, die die aktuellen Entwicklungen in Lubmin für die Region bedeuten.
Am 26. April 1986 explodierte das Restrisiko der Atomtechnologie. Es war nicht nur der GAU für die Menschen in der Ukraine und Wei�russland, deren Gesundheit und Lebenswelt zerstört wurden. Es war auch der GAU für jenen Machbarkeitswahn, der die Risiken der Atomenergie immer wieder herunter geredet und geleugnet hatte ? bis die Strahlenwolke in den Tagen nach Tschernobyl Europa überzog.
20 Jahre nach Tschernobyl ist das Thema Atomkraft immer noch nicht vom Tisch. Neue Mythen kursieren: der Mythos einer Renaissance der Kernenergie und der Mythos von den sicheren Atomkraftwerken der dritten und vierten Generation. Solche Mythen sind gefährlich, sie verstellen den Blick auf die Wirklichkeit.
Wir brauchen eine Welt ohne Atomkraft und müssen deshalb all unser Know-how, unsere Kreativität in Strategien der Effizienz, des Einsparens und in alternative Energien setzen. Die endlose Katastrophe von Tschernobyl muss uns antreiben, das Mögliche Realität werden zu lassen. Atomkraft ? Nein danke! Nie wieder Tschernobyl.
Sollte es im uns nächstgelegenen Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe in Schleswig-Holstein zu einem ähnlichen Ereignis kommen, wäre Mecklenburg-Vorpommern bei der hier vorherrschenden Windrichtung aus Westen sehr stark betroffen ? ähnlich wie 1986 Wei�russland. Das ist den wenigsten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern wirklich bewusst. Krümmel ist seit September 1983 in Betrieb und in den vergangenen gut 22 Jahren durch zahlreiche Pannen und Unglücke immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen gewesen. So wurden z. B. immer wieder zu hohe Strahlenkontaminationen an dort abgepackten Behältern für die Atommülltransporte gemessen. Am 8. 5. 2005 ereignete sich ein schwerer Arbeitsunfall. Risse an Sicherheitsventilen, Leckage in der Dampfleitung, Diskussionen über erhöhte Leukämieraten in der direkten Umgebung des Kraftwerks sowie die Diskussion über Sicherheitsstandards brachten speziell dieses AKW immer wieder in die Schlagzeilen.
Die Gefahren der Atomkraft haben nicht ab-, sondern zugenommen. Die Reaktoren sind um 20 Jahre gealtert, ihre Hüllen geschwächt. Und internationale Terroristen könnten in den Besitz radioaktiven Materials kommen ? au�erdem würde kein Kernkraftwerk den Einschlag eines gekaperten Passagierflugzeugs unbeschadet überstehen.
Es gibt Pläne, Lubmin zum atomaren Endlager auszubauen. Dies könnte die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region gefährden. Wer möchte schon neben einem Atomlager seinen Strandurlaub verbringen?





