23.04.2004
Bündnis 90/Die Grünen haben Kandidaten für Kreistag gewählt
Bündnis 90/Die Grünen haben ihre Kandidaten für die Wahl zum Kreistag Ostvorpommern am 13. Juni gewählt. Bündnis 90/Die Grünen treten mit einem Team aus fünf Kandidaten an: Til Dieterich, Constanze Tröltzsch, Martin Lenk, Peter Freygang und Thomas Sauermann. â??Wir sind stolz darauf mit einer jungen Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 34 anzutreten.â??, so der Sprecher des Kreisverbandes, Stefan Fassbinder.
â??Unser wichtigstes Zielâ??, so der Spitzenkandidat Til Dieterich (32) aus Levenhagen, â??ist die Beendigung der Handlungsunfähigkeit des Kreises. Das Trauerspiel um den Haushalt 2003 darf sich nicht wiederholen. Es wird Zeit, dass im Kreistag wieder verantwortliche Politik für den ganzen Kreis gemacht wird. Vielleicht wäre es besser, wenn nicht so viele Bürgermeister im Kreistag säÃ?en, die vielleicht zu sehr das Wohl ihrer eigenen Gemeinde in den Vordergrund rücken.â??
Bündnis 90/Die Grünen fordern, dass der �ffentliche Personennahverkehr, sportliche und kulturelle Einrichtungen und Schulsozialarbeit eine Perspektive bekommen und nicht zugunsten einer extrem niedrigen Kreisumlage aufs Spiel gesetzt werden dürfen.
Bündnis 90/Die Grünen sind strikt gegen die Pläne der Energiewerke Nord (EWN), auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks in Lubmin weiteren Abfall aus Atommeilern einzulagern. Die Lagerung des verstrahlten Abfalls aus Lubmin und Rheinsberg ist schon Belastung genug für unsere Region. â??Die Bundesländer im Westen sollen ihren Müll behalten, sie haben ihn schlieÃ?lich auch produziert.â?? meint der Kandidat Martin Lenk (33). â??Arbeitsplätze in der Atomindustrie haben keine Zukunft, die im Tourismus schon. Ein strahlendes Lubmin gefährdet die touristische Entwicklung der ganzen Region.â??
Bündnis 90/Die Grünen fordern ein Umdenken in der Schulpolitik. Auf sinkende Schülerzahlen darf nicht nur mit Schulschlie�ungen reagiert werden. Ansonsten entstehen unzumutbar lange Schulwege. Lange Busfahrten sind sowohl für Schüler und Familien eine gro�e Belastung als auch aus ökologischen Gründen abzulehnen. Eine Schule erfüllt in einem Ort eine wichtige soziale und kulturelle Funktion. Es ist unbestritten, dass es sinnvoll ist, die Kinder in ihrem Umfeld zur Schule gehen zu lassen. Die positiven Wechselwirkungen zwischen Schule und Gemeinde sollten nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.
â??In Zeiten sinkender Schülerzahlen muss mit Kreativität und den Mut zu neuen Wegen eine Lösung gesucht werden.â??, so der Kandidat Thomas Sauermann (19) aus Lubmin. Auch Themen wie jahrgangsübergreifender Unterricht dürfen kein Tabu sein. Die jüngsten SchulschlieÃ?ungen im Kreis sind eine Fehlentscheidung.
Ein wichtiger Punkt ist der Ausbau des Ã?ffentlichen Personennahverkehrs. Gerade junge und alte Menschen sind dringend auf gute Verbindungen angewiesen. â??Entscheidend ist auch eine Verknüpfung der Busse mit den Bahnen, die Einbindung der Bahnhöfe in das Busnetz.â??, betont der Kandidat Peter Freygang (63) aus Lühmannsdorf. Zudem ist für Einheimische und Touristen der Ausbau des Radwegnetzes, z.B. von den Umlandgemeinden nach Greifswald, vom Festland zur Insel oder von Züssow nach Wolgast, sehr wichtig. â??Das Radwegtrauerspiel entlang des Usedomer Achterwassers gefährdet einen wichtigen Bereich des Tourismusâ??, so Til Dieterich.
Der Tourismus ist das wichtigste und zukunftsfähigste wirtschaftliche Standbein der Region. Dabei ist die Landschaft das kostbarste Gut, dass durch falschen Ausbau nicht gefährdet werden darf. Die Fehler der schleswig-holsteinischen Ostseeküste, der die Touristen davon laufen, dürfen nicht wiederholt werden. Naturpark Peene, Ferien auf dem Bauernhof und kleinteilige Strukturen sind der richtige Weg. Bündnis 90/Die Grünen setzen sich dafür ein, dass die Alleen entlang der Stra�en erhalten und nachgepflanzt werden, sowie mit Hecken und Baumreihen der Kulturlandschaft in Ostvorpommern wieder mehr Stuktur gegeben wird. Mensch und Natur profitieren so beide.
Bündnis 90/Die Grünen sehen in einer engen Zusammenarbeit mit Greifswald die richtige Entscheidung für die Zukunft. Aber Ostvorpommern muss darauf achten, im Zuge der geplanten Verwaltungsreform nicht unter die Räder zu kommen. Als echter Pommerin liegt der Kandidatin Constanze Tröltzsch (27) aus Alt Ungnade die Zukunft der ganzen Region sehr am Herzen: â??Vorpommern muss mit einer Stimme sprechen können, gleichzeitig dürfen sich Verwaltung und politische Vertretung aber nicht zu weit von den Bürgern entfernen.â?? Bündnis 90/Die Grünen möchten prüfen, ob der Weg über groÃ?e, starke Gemeinden, erreichbare Kreise und einen Landschaftsverband Vorpommern ein gangbarer und finanzierbarer Weg sein könnte.
Bündnis 90/Die Grünen sehen in den Kommunalwahlen 2004 eine gute Gelegenheit, Abgeordnete in den Kreistag zu senden, die versuchen, auch in schwierigen Zeiten eine Politik für alle Bürger zwischen Greifswalder Bodden, Usedom und Peenetal zu machen.
Rückfragen:
Stefan Fassbinder, Sprecher des Kreisvorstandes
Tel.: 03834-830035 [ab 18 Uhr] oder 2097
stefanamdeich@web.de
Til Dieterich, Spitzenkandidat
Tel.: 03834-864192 oder 509752





