24.02.2005

Bündnis 90/Die Grünen lehnen Kürzungspläne für Universitäten ab

Landesregierung gefährdet die Zukunft Greifswalds

Greifswald droht der Verlust von 4000-5000 Studenten, wenn das von den Rektoren der Universitäten Rostock und Greifswald vorgelegte Kürzungsprogramms umgesetzt wird. Die Rektoren kommen mit ihren Vorschlägen der Aufforderung der Landesregierung nach, bis 2017 600 Stellen an den Universitäten zu streichen, davon 176 an der Universität Greifswald. Die Folgen für Stadt und Region sind noch gar nicht absehbar.

Die Landesregierung übersieht bei ihren Bemühungen, den Landeshaushalt zu sanieren, welche wirtschaftlichen Folgen die Kürzungen haben werden. Sie sieht offensichtlich nur die Kosten für den Landeshaushalt, vergisst aber, die Wirtschaftskraft, die die Universitäten mit sich bringen. Wieviele Bäckereien werden nach der Abwanderung der Hälfte der Studenten in Greifswald schlie�en? Wie viele kleine und mittelständische Betriebe können ihre im Vertrauen auf den Universitätsstandort Greifswald getätigten Investitionen nun abschreiben, gehen gar Pleite oder wenden sich woanders hin?

Bildung ist eines der wenigen Wachstumsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern. Anstatt sich darüber zu freuen, dass Menschen ins Land kommen, hier konsumieren, zum Teil sogar investieren, gefährdet die sozialdemokratische Politik diese zukunftsträchtige Entwicklung.

Es stellt sich die Frage, ob es gut ist, dass der Greifswalder Rektor Prof. Westermann zwar seinen Protest gegen die Kürzungspläne einlegt, sich aber durch eigene Vorschläge an der Umsetzung beteiligt. Vielleicht wäre es besser, sich hier der Zusammenarbeit zu verweigern. Dann muss die Landesregierung alleine die Verantwortung für das von ihr beschlossene Desaster für Stadt und Umland tragen.

â??Das Konzept des Rektors ist das weitgehende Ende der Lehrerausbildung in Greifswald.â??, so Christian Bäz, Bürgerschaftsmitglied der Grünen und Vorsitzender des Universitätsausschusses. Und zwar nicht nur direkt durch den Wegfall von Fächern wie Englisch und Französisch, sondern auch indirekt durch die stark eingeschränkten Möglichkeiten, Fächer zu kombinieren.

Nächstes Jahr wird die Universität ihr 550jähriges Jubiläum feiern. Es wird ein trauriges Jubiläum sein, denn zum ersten Mal in über einem halben Jahrtausend (!) kann die Theologie â?? die Gründungsfakultät â?? nicht mitfeiern. Nach den Plänen des Rektors sollen die Theologen nach Rostock. Der Wegfall der Musikwissenschaft und der Kirchenmusik bedeutet zudem das Ende der Bachwoche in der Hansestadt.

Die Pläne der Landesregierung bedeuten eine Gefahr für die Entwicklung Greifswalds und Vorpommerns. Deswegen unterstützt der Kreisverband Greifswald-Peeneland von B�NDNIS 90/DIE GR�NEN die Proteste der Studenten und des Senats der Universität gegen die Kürzungen. Au�erdem begrü�t er die Unterschriftensammlung der Greifswalder Bürgerschaft. Wir fordern die Bürger und Bürgerinnen Greifswalds und der Region auf, nicht tatenlos zuzusehen, wie ein Pfeiler unserer Zukunft demontiert wird.

 

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