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Stadtverkehr

Veranstaltung „Stadtverkehr“: Die Ergebnisse in Stichworten

Es gab drei Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Teilbereichen. Eine Übersicht über die diskutierten Themen:

 

Arbeitsgruppe Ruhender Verkehr

- Mit Detlef Borchert (GPG) und Ulrich Rose -

Es ging vor allem um die Frage: Wohin mit den Autos?

Zentrales Diskussionsthema: Das Parkhaus am Schießwall. Wie Detlef Borchert von der GPG (Greifswalder Parkraumbewirtschaftungs-Gesellschaft) sagte, beginne dazu bald in der Bürgerschaft ein B-Plan-Verfahren.

Die jetzige Parksituation ist zwar grenzwertig, aber ausreichend. Fallen jedoch die Parkplätze in den A-Quartieren weg, übersteigt die Auslastung der vorhandenen Parklätze die Akzeptanz der Suchenden, so daß wildes Parken einsetzt (bzw. verstärkt wird), nach dem Motto: Wer sucht schon ein ganzes Parkhaus nach den laut Anzeige letzten beiden freien Parkplätzen ab... Über mögliche Versprechen an den „Großinvestor“ vom Petruswerk wurde nicht gesprochen.

Allerdings kam auch die kritische Frage auf: Warum muß eigentlich die Stadt bzw. die GPG für Parkraum sorgen? Warum nicht der Vermieter, wie sonst überall auch? Die Bebauung der A-Quartiere war ja schon in DDR-Zeiten geplant, so daß die Anwohner 20 Jahre lang eigentlich einen Park-Luxus genossen haben. Aber es gibt da wohl auch ein gewisses Gewohnheitsrecht – für Vermieter wie Anwohner.

Für ein Parkhaus an sich (unabhängig vom Standort) spricht auch die Abwendung von den fossilen Brennstoffen und das Aufkommen der Elektroautos: die können in einem Parkhaus nachts aufgeladen werden.

Zur Vermeidung eines Parkhauses an städtebaulich hochsensibler Stelle kam die Idee auf, ein Parkhaus o. ä. jenseits des Hanserings an der Holzgasse zu bauen, was vor allem wegen der versetzten Einmündungen der Holzgasse und der Loefflerstraße zusätzliche Maßnahmen erfordern würde. Notwendig wäre eine Umgestaltung der Fläche, so dass diese als zur Innenstadt gehörig empfunden würde, damit das Parkhaus von den Autofahrenden akzeptiert wird. Sogar eine Brücke über den Hansering wurde ins Spiel gebracht.


Arbeitsgruppe Innerstädtischer fließender Verkehr

- Mit Gerhard Imhorst (Stadtplanungsamt) und Klaus Leupold -

Länger diskutierte Themen waren hier:

  • Veränderte Situation in der Loefflerstraße durch bevorstehenden Umzug der Geisteswissenschaften, insbesondere Zunahme des Fahrradverkehrs.

  • Verkehr in der Scharnhorststraße und verlängerten Scharnhorststraße: Konflikte PkW/Radfahrer, Geschwindigkeit, Parken

  • Ungenügende Verwendung des „Grünen Pfeils“. In anderen Städten, auch in alten Ländern, wird die Verkehrsflüssigkeit durch den Grünen Pfeil stark unterstützt.

  • In starker Kritik standen die Ampelschaltungen in der Anklamer und Wolgaster Straße, die einen optimalen und emissionsarmen Verkehrsfluß behindern.

Weitere Themen waren:

  • Ampelersatz durch Kreisverkehr

  • Verkehr zum Klinikum, sowohl per Bus als auch per PkW

  • Die Führung von Buslinien über den Markt wird positiv gesehen. Allerdungs wird dadurch die Anbindung des Tierparks und des Karl-Marx-Platzes erschwert.

  • Die meisten Unfälle zwischen Kraftfahrzeugen und dem Radverkehr finden an Einmündungen und Kreuzungen statt. Das muss bei der Radwegeplanung berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang wurde auch die Kreuzung Loitzer Str./Grimmer Str. erneut diskutiert.

  • Parkende PKW behindern Fußgänger/Radfahrer.

Ein generelles Problem stellt die Kürzung von Fördermitteln um 20 % dar, weitere Sparmaßnahmen sind zu erwarten. Empfohlen wurde der Bericht von der Bürgerreise nach Lund.

 

Arbeitsgruppe Stadt-Umland

- Mit Kay Karpinsky -

In der Diskussion wurden folgende Schwerpunkte benannt:

Regionalbusverkehr

  • Die Fahrradmitnahme im Bus soll verstärkt ermöglicht werden; eine technisch ideale Lösung zu finden ist aber schwierig.

  • Die Fahrplaninformationen können verbessert werden, offline wie online; die Verkehrsbetriebe wünschen sich hierzu auch Anregungen.

  • Für Linien mit geringerer Nachfrage soll die verstärkte Einrichtung von Anrufverkehren versucht werden.

  • Ein einheitlicher Tarif für Stadtbus, Regionalbus und Bahn wäre sinnvoll. Bemühungen zur Einrichtung eines „echten“ und umfassenden Verkehrsverbundes Vorpommern sind zu intensivieren. Als Einsieg wäre eine Beteiligung der Stadt an der bzw. den Regionalbusgesellschaften denkbar.

Kombination verschiedener Mobilitätsarten

  • Die Bildung von Fahrgemeinschaften kann durch die Einrichtung von Sammelparkplätzen im Außenbereich gefördert werden.

  • Die Kombinationen Auto/ÖPNV und Fahrrad/ÖPNV sollten ebenfalls gefördert werden.

  • Fahrradboxen als sichere Abstellmöglichkeiten sollten auch an einigen Orten im Außenbereich (z. B. Marktkauf) errichtet werden.

Fahrradverkehr

  • Die Verbindung in Richtung Stralsund und Riems ist verbesserungswürdig. Eine Lösung ohne das Kopfsteinpflaster auf der alten B96 ist notwendig, ebenso ein Radweg entlang der K1 nach Gristow und Riems.

  • Es fehlen sichere Fahrradrouten in Richtung Lubmin (ab Kemnitz), Wolgast (ab Pritzwald bzw. Pritzier) und Kandelin (bis Autobahnzufahrt).

  • Entlang der direkten Route nach Anklam fehlt ebenfalls eine sichere Route für Radfahrer. Die Strecke über den Weitenhäger Forst und Ranzin ist nur wenigen Ortskundigen bekannt.

Freizeit- und Tourismusverkehr

  • Attraktive Angebote speziell für Fahrradtouristen sollten neu geschaffen werden und im Marketing entsprechend berücksichtigt werden.

  • Schwer zu findende, aber verkehrsarme Nebenrouten müssten durchgängig beschildert werden. Eine Bewirtschaftung des Radroutennetzes wäre wünschenswert.

  • Eine Wiederaufnahme der Fährverbindung nach Ludwigsburg zumindest an Wochenenden im Sommerhalbjahr erscheint denkbar.

  • Generell müssen die Informationsmöglichkeiten für Auswärtige verbessert werden.

Berufs-, Uni-, und Schülerverkehr

  • Es fehlt ein attraktives ÖPNV-Angebot im Berufs- und Univerkehr von und nach Riems. Das betrifft im besonderen Maße Gaststudierende ohne Auto.

  • Die neuen Regelungen zur Schülerbeförderung sorgen weiterhin allenthalben für Unmut, sowohl in der Stadt (Außenbezirke) als auch in den Landkreisen.

Verkehrsströme in Richtung Lubmin und Wolgast

  • Der Durchgangsverkehr aus Richtung Rostock in Richtung Lubmin führt weiterhin durch Greifswald durch. Besonders die Wolgaster Straße ist dardurch erheblich belastet.

  • Die Wiederaufnahme des SPNV auf der Strecke nach Lubmin (ex KBS 196) sollte geprüft werden. Zusätzliche Haltepunkte an der L26 und bei Brünzow könnten zu stärkerer Nachfrage führen.

  • Für den Schwerverkehr in Richtung Lubmin muss generell eine abgestimmte Gesamtlösung gefunden werden.

Als Ungelöste Probleme wurden angesprochen:

  • Für die Planung, besonders im Busverkehr, wirken die Kreisgrenzen als organisatorische Barriere. Vielfach ist auch der richtige Ansprechpartner bei Problemen unklar: Stadt, Kreis und Bahn schieben sich gerne gegenseitig die Verantwortung zu.

  • Die Siedlungsstruktur ist ungünstig für die Einrichtung eines effizienten ÖPNV. Abgelegene Kleinsiedlungen können oft nicht angebunden werden. Für die Anbindung von Sackgassen wie Weitenhagen müssen Umwege gefahren werden.

  • Die Busgesellschaften müssen für den Schülerverkehr auf einigen Routen große Fahrzeuge einsetzen, die am restlichen Tag schlecht ausgelastet sind und damit insgesamt nicht effektiv eingesetzt werden.

  • Spezielle Anreize wie kostenlose ÖPNV-Angebote erscheinen wünschenswert und sinnvoll, zumal der erforderliche Zuschuss eine vertretbare Größenordnung darstellt. Die Haushaltssituation des Kreises Ostvorpommern verhindert allerdings auch kleine Ausgaben für freiwillige Leistungen.