Was der Mensch so braucht
Bündnisgrüne Politik möchte allen ermöglichen, selbst an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Unsere Sozialpolitik folgt dem Grundsatz, dass es neben einer gerechteren Verteilung gesellschaftlichen Reichtums einen gerechten Zugang zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben für alle geben muss. Es darf keine Zugangshürden finanzieller oder sonstiger Art geben. Wir beschränken unsere Sicht auf das gesellschaftliche Leben nicht nur auf Aspekte der unmittelbaren und materiellen Daseinsvorsorge. Auch Kultur oder Sport sind für uns keine nachrangigen Bereiche. Wir wollen stattdessen den Begriff der „soziokulturellen Existenz“ des Menschen mit Leben füllen.
Unterstützung für soziale Einrichtungen in unserer Region wird vielfach als „Freiwillige Leistung“ geführt, obwohl sie unverzichtbare Beiträge zum gesellschaftlichen Zusammenhalt erbringen. Die in Mecklenburg-Vorpommern derzeit übliche Praxis, auf Kosten der Kommunen zu sparen, wirkt sich hier besonders negativ aus und wird von uns Bündnisgrünen daher auf allen Ebenen abgelehnt. Wir wollen für die Träger der Sozialarbeit Planungssicherheit schaffen. Dem Kreis kommt auch die Aufgabe zu, Leistungen und Einrichtungen so zu gestalten, dass sie in den Regionen und bei den Personengruppen ankommen, die sie am meisten benötigen. Das setzt umfassende Information und Transparenz voraus.
Im neuen Kreis wird es künftig unterschiedliche Modelle der Trägerschaft bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende geben. Wir Bündnisgrünen werden uns für die Ausweitung des Optionsmodells mit alleiniger Trägerschaft des Kreises auf den gesamten neuen Kreis einsetzen. Die Grundsicherung für Arbeitsuchende ist für uns in erster Linie dazu da, den betroffenen Menschen das soziokulturelle Existenzminimum zu gewährleisten. Diese Aufgabe sehen wir bei alleiniger Trägerschaft des Kreises mit seiner Verwaltung, die mit den örtlichen Bedingungen vertraut ist, eher gesichert. Auch die Kontrolle durch den Kreistag ist so wesentlich besser zu gestalten. Die zentralistischen Vorgaben, denen die Bundesagentur für Arbeit unterliegt, werden der Lebenswirklichkeit der Menschen in unserer Region hingegen nicht gerecht und lassen eine gezielte Politik vor Ort nicht zu, wie die Erfahrungen mit den Jobcentern in Greifswald und Uecker-Randow zeigen.
Um die Gesundheitsversorgung besonders im ländlichen Raum zu sichern und qualitativ zu verbessern, wollen wir neue Formen der Versorgung unterstützen, die den ambulanten und stationären Sektor miteinander verknüpfen und nichtärztliche Gesundheitsberufe stärker einbeziehen. Dies trägt auch zur Stärkung der Zentren im ländlichen Raum bei. Anreizmodellen, die die Ansiedlung von Hausärzt_innen unterstützen, stehen wir positiv gegenüber. Eine bedarfsgerechte Krankenhausversorgung hat für uns ebenso hohe Priorität, weitere Privatisierungen lehnen wir ab. Zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung gehören für uns jedoch genauso auch entsprechende Anstrengungen, qualifiziertes Personal insbesondere für den Pflegebereich zu gewinnen, sowie umfassende Angebote für eine verbesserte Prävention.
Ein flächendeckendes und vielfältiges Kulturangebot ist Bestandteil der Daseinsvorsorge. Der Kreis muss die Bürger_innen, die in Kulturinstitutionen, Vereinen und Initiativen Verantwortung für das kulturelle Leben vor Ort übernehmen, unterstützen. Dazu muss eine auskömmliche Finanzierung Planungssicherheit herstellen. Wir wollen eine transparente und bürger_innenfreundliche Mittelvergabe für kulturelle Aktivitäten. Eine Region der Größe Vorpommerns ist nur mit einer vollwertigen Theaterlandschaft denkbar. Eine Zusammenarbeit der einzelnen Theaterstandorte in unserer Region ist besonders bei der Verwaltung wünschenswert, sie darf aber nicht zu unzumutbaren Bedingungen für Künstler_innen und Zuschauer_innen führen. Deswegen dürfen überlange Wege zu kulturellen Veranstaltungen nicht zur Regel werden.
Ein flächendeckendes Netz von Angeboten der freien Jugendarbeit, die zu Demokratie und Weltoffenheit beitragen, und eine gut ausgebaute Jugendhilfe sind zur Festigung der Zivilgesellschaft notwendig. Eine Förderung von Kommunikationsorten, Projekten und Initiativen, die sich im Sinne dieser Ziele engagieren, ist für uns daher unverzichtbar.
Die Sportförderung im Kreis wollen wir an den Kriterien der Jugendförderung und interkulturellen Verständigung ausrichten, um so auch entsprechende Programme der EU nutzen zu können. Unterstützung bei der Überwindung privatwirtschaftlicher Engpässe (Versicherungsfragen) kann zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements beitragen.
Ehrenamtliche Tätigkeit wollen wir durch eine vermehrte Anerkennung von Fahrkosten und Aufwand stärken.
Alle Förderung gesellschaftlichen Engagements muss zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen beitragen. Unverzichtbare Bedingung für öffentliche Förderung muss daher stets die Beachtung und Unterstützung grundlegender menschlicher Werte wie Fairness und Toleranz sein. Daher treten wir in allen gesellschaftlichen Bereichen jeglichem Rassismus, Sexismus und allen anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegen.







